Berlin – T-Helferzellen, die sich bereits auf einen Erreger spezialisiert haben, können sich bei Kontakt mit einem anderen Erreger umwandeln. Sie besitzen dann unterschiedliche Transkriptionsfaktoren, um auf beide Erreger zu reagieren. Diesen Zusammenhang beschreibt eine Forschergruppe aus Berlin in der Zeitschrift Immunity (doi:10.1016/j.immuni.2009.12.004). Die neuen Erkenntnisse sollen auch bei der Therapie von Asthma und Allergien helfen.
Die Arbeitsgruppe der Charité und des deutschen Rheuma-Forschungszentrum unter der Leitung von Max Löhning injizierte Mäusen zunächst die Parasiten abwehrenden Th-1-Helferzellen. Anschließend infizierten sie diese Mäuse jedoch mit einem Virus. Daraufhin bildete das Immunsystem T-Helferzellen einer Art Mischform, sogenannte „Th2+1“-Zellen.
Bisherige Studien besagten, dass sich die Helferzellen stets auf einen einzigen Erreger beschränken. So sind bei Kontakt mit Viren und Bakterien Th-1-Zellen aktiv, gegen Parasiten Th-2-Zellen. Zudem fanden sich diese Mischzellen auch noch zu einem späteren Zeitpunkt als T-Gedächtniszellen wieder.
Th-2-Helferzellen sind allerdings selbst auch Auslöser von Krankheiten. Daher erhoffen sich die beteiligten Forscher, Konsequenzen für therapeutische Anwendungen bei Allergien erarbeiten zu können.
Ziel sei es, die Th-2-Zellen in die neue Hybridform umzuprogrammieren, um diese zu schwächen. Angesichts der Zunahme solcher Erkrankung in den Industrieländern gewinne ihre Entdeckung zunehmen an Bedeutung. © hil/aerzteblatt.de
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