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MRSA wurden erstmals 1961 beschrieben. In den folgenden Jahrzehnten breiteten sie sich weltweit aus, wobei der Einsatz von Antibiotika den gefürchteten Erreger von nosokomialen Infektionen den Weg bereitet hat. Diese Binsenweisheit der Mikrobiologen wird jetzt durch eine Studie in Science (2010; 327: 469-474) bestätigt.
Mit modernen “high-throughput”-DNA-Sequenzierern haben Simon Harris vom Wellcome Trust Sanger Institute in Cambridge und Mitarbeiter den genetischen Code von 42 MRSA-Proben verglichen, die in den Jahren 1982 bis 2003 an verschiedenen Orten der Erde gesammelt wurden.
Aus den Unterschieden in den Gensequenzen konnten die Forscher den Stammbaum des Erregers grob rekonstruieren. Danach stammt der Erreger tatsächlich aus Europa. Dort ist er in den 1960er-Jahren entstanden. Über vier Jahrzehnte gelang es dem Erreger, sich über die Kontinente auszubreiten.
Während dieser Zeit veränderte sich das Erbgut des Erregers ständig, außer in den Resistenzgenen. Auch heute mutiert MRSA fleißig weiter. Harris schätzt, dass es im Durchschnitt alle sechs Wochen irgendwo auf dem Genom zum Austausch einer Base kommt.
Diese genetische Variabilität ermöglichte den zweiten Teil der Studie: Die Forscher analysierten das Genom aus 20 MRSA-Proben, die über 7 Monate an einer Klinik in Thailand archiviert wurden. Bei 5 MRSA fanden sie nur minimale Änderungen in der Gensequenz. Daraus schließen sie, dass sie in der Klinik von einem Patienten auf andere übertragen wurden.
Die Forscher konnten sogar recherchieren, welche Stationen der Klinik betroffen waren. Die neue Technik könnte es erstmals, wenn auch derzeit noch mit großem Aufwand, ermöglichen, eine nosokomiale Infektion sicher von einer außerhalb der Klinik erworbenen Infektion zu unterscheiden.
© rme/aerzteblatt.de
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