Berlin – Es ist weiterhin unklar, ob eine Kombination aus mehreren Thrombozytenfunktionshemmern nach einem Schlaganfall wirksamer ist als die Gabe nur eines Wirkstoffes.
Zu diesem Ergebnis kommen die Verfasser einer neuen Studie in Lancet Neurology (DOI: 10.1016/S1474-4422(09)70361-8). Sie gingen dabei auch auf bisherige Resultate einer weiteren Studie ein. Medikamente wie ASS, Dipyridamol oder Clopidogrel bewirken in der Frühphase nach einem Schlaganfall eine relevante Risikoreduktion von Folgeschäden.
Das sogenannte EARLY-Trial behandelte 543 Patienten 24 Stunden nach einem ischämischen Apoplex mit Thrombozytenfunktionshemmern. Die eine Hälfte wurde mit ASS alleine, die andere Hälfte mit einem Kombinationspräparat aus ASS und Dipyridamol behandelt. Danach wurde die Kombinationstherapie bei beiden Patientengruppen fortgeführt.
Zwar zeigten die Patienten mit ASS und Dipyridamol keine besonders höhere Wirkung, jedoch schätzen die Wissenschaftler den potentiellen Effekt als höher ein. Die verglichene Studie (FASTER-Studie) zeigte einen ähnlichen Trend zugunsten einer Kombination aus ASS und Clopidogrel.
Der an der Studie beteiligte Direktor der Neurologischen Klinik Hannover, Hans-Jochen Heinze, resümierte, dass die beste Therapie innerhalb der ersten 24 Stunden immer noch unklar sei.
© hil/aerzteblatt.de
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