Maywood/Illinois – Eine Radiofrequenzablation hat in einer randomisierten Studie im US-amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2010; 303: 333-340) Patienten deutlich häufiger von einem paroxysmalen Vorhofflimmern befreit als eine medikamentöse Therapie.
In der Studie beteiligten sich 167 Patienten, bei denen mindestens eine medikamentöse Therapie versagt hatte: In den 6 Monaten vor Studienbeginn war es zu wenigstens drei symptomatischen Episoden eines Herzrasens gekommen. An 19 Zentren (vorwiegend in den USA) wurden die Patienten entweder auf einen erneuten medikamentösen Versuch (mit einem anderen Wirkstoff) oder auf eine Radiofrequenzablation randomisiert.
Bei dieser Therapie werden über einen Katheter zunächst die Zugänge der Lungenvenen in den linken Vorhof lokalisiert. Danach wird das oberflächliche Gewebe verödet. Das Ziel dieser Pulmonalvenen-Isolation ist, den Entstehungsort der für das Vorhofflimmern verantwortlichen Impulse zu isolieren.
Die Therapie ist technisch schwierig, doch bei 66 Prozent der Patienten gelang es spätestens nach dem dritten Versuch, das Vorhofflimmern zu beenden: Die Patienten waren auch 9 Monate nach der Therapie noch beschwerdefrei.
Die medikamentöse Therapie war – erwartungsgemäß – nur bei 16 Prozent der Patienten erfolgreich, wie David Wilber und Mitarbeiter der Loyola Universität in Maywood/Illinois und Mitarbeiter berichten.
Die Ergebnisse sprechen nach dem Versagen der medikamentösen Ersttherapie für den Versuch einer Katheterablation, der indes nicht ohne Risiken ist. Bei je einem Patienten kam es zu Perikarderguss, Lungenödem, Pneumonie, einer “vaskulären Komplikation” oder einem Herzversagen.
Dennoch war die Komplikationsrate mit 4,9 Prozent (5 von 103 Patienten) geringer als in der Vergleichsgruppe, in der es zweimal zu lebensbedrohlichen Arrhythmien und dreimal zu schweren Unverträglichkeiten auf die Medikamente kam, was eine Komplikationsrate von 8,8 Prozent (5 von 57 Patienten) ergibt.
Die Radiofrequenzablation wurde in den 90er Jahren in Frankreich entwickelt. Sie hat sich in den letzten Jahren in den USA stark verbreitet. Aber auch Zentren in Deutschland bieten sie mittlerweile an.
© rme/aerzteblatt.de
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