St. Louis – Die Impfmüdigkeit vieler Beschäftigter im Gesundheitswesen scheint oftmals reine Bequemlichkeit zu sein. In einer US-Klinikkette stieg die Teilnahmerate prompt auf 98 Prozent an, nachdem die Leitung die Grippeimpfung für verpflichtend erklärt hatte.
Wie Hilary Babcock von der Washington University School of Medicine in St. Louis in Clinical Infectious Diseases (2010; 50: 459–464) berichtet, hatten alle Versuche mit kostenfreien Impfungen, extensiven Aufklärungen und Anreizen es nicht geschafft, die Impfrate auf über 80 Prozent zu steigern. Im Jahr 2007 hatten sich 71 Prozent impfen lassen, im Jahr davor nur 54 Prozent.
Doch gegen die Impfpflicht sperrten sich die wenigsten, obwohl Ausnahmen nicht nur aus medizinischen Gründen, sondern auch aus religiösen Motiven heraus möglich waren. Dies war vielen Angestellten offenbar zu umständlich und sie ließen sich lieber impfen.
Impfraten von 90 Prozent sind nach Einschätzung des Editorialisten Andrew Pavia von der Universität in Salt Lake City wünschenswert, um die Patienten zu schützen. Diese sind nach Einschätzung von Experten auch dann gefährdet, wenn das Personal nur leicht oder asymptomatisch an einer Grippe erkrankt sind.
© rme/aerzteblatt.de
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