Bethesda – US-Forscher haben einen Impfstoff gegen das Chikungunya-Fieber entwickelt. Nach einem Bericht in Nature Medicine (2010; doi:10.1038/nm.2105) schützte die Vakzine Affen vor einer Erkrankung. Auch eine passive Immunisierung von Mäusen gelang.
Das erstmals 1952 in Ostafrika beschriebene Chikungunya-Fieber hatte sich seit 2005 in Afrika und den Ländern um den Indischen Ozean zu einer schweren Epidemie ausgeweitet, die inzwischen wieder abgeklungen ist. Im Sommer 2007 kam es auch in zwei Dörfern nahe Ravenna zu einem Cluster. Dort wurde auch der hauptsächliche Überträger, die Asiatische Tigermücke, nachgewiesen.
Das Chikungunya-Virus ist ein Alphavirus aus der Familie der Togaviridae. Die Forscher des US-Vaccine Research Center am Bethesda konstruierten virus-ähnliche Partikel (VLP), die nicht infektiös sind, aber offenbar eine hohe Immunität entwickeln.
Wie die Gruppe um Gary Nabel berichtet, wurden zunächst Makaken geimpft. Diese wurden 15 Wochen später mit dem Chikungunya-Virus exponiert. Keines der Tiere erkrankte. Dann wurde das Serum der Affen auf Mäuse mit einer Immunschwäche übertragen. Die Mäuse überlebten danach eine normalerweise tödliche Infektion mit dem Virus. Die Forscher wollen demnächst mit klinischen Studien beginnen.
Sie wollen außerdem VLP-Impfstoffe gegen andere Alphaviren entwickeln. Zu ihnen zählt unter anderem das O'nyong-nyong-Virus, das in Ost- und Zentralafrika einen fiebrigen Infekt mit Polyarthritis auslöst (O'nyong-nyong bedeutet “Gelenkbrechen”). Die Erkrankung kann mit dem Chikungunya-Fieber verwechselt werden, verläuft aber niemals tödlich.
© rme/aerzteblatt.de
Weitere News
|
Archiv
» Mai 2010
» Mai 2009
» Mai 2008
» Mai 2007
» Mai 2006
|