Washington – Der HIV-Wirkstoff Didanosin kann in seltenen Fällen eine nicht zirrhotische portale Hypertension induzieren, teilt die FDA nach Prüfung einer Reihe von Fallberichten zu unerwünschten Arzneimittelwirkungen mit.
Dem Adverse Event Reporting System („AERS“) der FDA sind 42 Fälle gemeldet worden, in denen Patienten nach der Behandlung mit Videx® an den Folgen eines Pfortaderhochdrucks erkrankt sind. Die Komplikationen betrafen Frauen und Männer gleichermaßen, und sie traten nach Monaten oder Jahren der Therapie auf.
In definitiven Fällen wurde die Diagnose durch Biopsien gesichert und andere mögliche Ursachen ausgeschlossen. Bei 8 Patienten mussten Ösophagusvarizen (eine bekannte Komplikation der portalen Hypertension) behandelt werden, drei Patienten erhielten einen transjugulären intrahepatischen portosystemischen Shunt (“TIPS”) und bei drei Patienten war eine Lebertransplantation notwendig. Die FDA berichtet über vier Todesfälle an Ösophagusvarizenblutungen (2 Patienten), Leberversagen (1 Patient) und Multiorganversagen mit Hirnblutungen, Sepsis und Laktatazidose (1 Patient).
Die Laktatazidose gehört zu den bekannten Nebenwirkungen von Didanosin, auf die – auch in der deutschen – Fachinformation bereits hingewiesen wird. Genannt wird auch eine Hepatosteatose.
Die FDA fordert die Ärzte auf, die Patienten jetzt zusätzlich auf die (seltene) Komplikation einer portalen Hypertension hinzuweisen und während der Behandlung auf Zeichen (Ösophagusvarizen) zu achten. © rme/aerzteblatt.de
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