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Medizin · News

04.02.2010
Struktur der HIV-Integrase entdeckt

London – Das Entdecken der Integrase-Struktur des Humanen Immundefizienz Virus (HIV) könnte eine Grundlage für neue Therapieansätze bilden. Als Enzym, das den Einbau viraler Erbsubstanz in menschliche DNA kontrolliert, ist sie schon lange Angriffspunkt für zahlreiche Medikamente. Wissenschaftler um Peter Cherepanov von der Universität London entdeckten die dreidimensionale Integrase-Struktur im Detail und veröffentlichten ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift Nature (doi:10.1038/nature08784).

Bisher sind Forscher an dem Versuch gescheitert, die genaue Struktur der Integrase darzustellen. Die Medizin setzte zwar neue antiretrovirale Medikamente, die Integrase-Inhibitoren, ein, verstand aber nicht deren Wirkungsweise.

Um die Struktur dieses Enzyms bestimmen zu können, war es nötig, qualitativ hochwertige Kristalle zu züchten. Für die aktuelle Studie entwickelten die Forscher einen Kristall, indem sie die Integrase von einem Retrovirus verwendeten.

Nach dem Kristallwachstum sammelten sie Röntgenstrahl-Beugungsdaten, um dessen genaue Struktur zu bestimmen. Die Wissenschaftler weichten dann die Kristalle in Lösungen der Integrase-Hemmer Raltegravir und Elvitegravir ein und beobachteten zum ersten Mal, wie diese antiretroviralen Medikamente die Integrase banden und so inaktivierten.

Die Kenntnis der Integrase-Struktur macht es möglich den Wirkungsmechanismus von Integrase-Hemmern zu verstehen. Außerdem könnte man HIV-Resistenzmechanismen vorbeugen und bestehende Medikamente verbessern. © hil/aerzteblatt.de



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Abstract der Studie
Universität London


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