Washington – Die US-amerikanische Arzneibehörde FDA hat erstmals eine medikamentöse Therapie der Dupuytrenschen Kontraktur zugelassen. Die Fibromatose lässt sich nach Injektion des Enzyms Kollagenase „brechen“, eine schmerzhafte Alternative zur Operation, wie eine Patientin auf You Tube berichtet.
Bei der Therapie wird das aus Clostridium hystolyticum gewonnene Enzym direkt in die strangförmige Fibromatose der Handinnenfläche injiziert. Danach „bricht“ der Therapeut durch eine forcierte Extension des betroffenen Finger die Kontraktur, eine, wie die Patientin auf You-Tube beschreibt, äußerst schmerzhafte Angelegenheit, die allerdings häufig einen handchirurgischen Eingriff ersparen kann.
In den beiden für die Zulassung maßgeblichen Studien war die Behandlung zu 44 bzw. 64 Prozent erfolgreich: Die Patienten konnten die Finger wieder bis auf wenige Grade Restbeugung durchstrecken, was im Placebo-Arm nur 5 bzw. 7 Prozent der Patienten gelang. Die Therapie hat sich als sicher erwiesen.
Die am meisten gefürchtete lokale Komplikation ist eine Sehnenruptur, die in den Studien allerdings selten auftrat. Damit es dabei bleibt, fordert die FDA von den Ärzte, dass sie sich über die Prozedur informieren: Sie müssen die Betrachtung eines Video quittieren.
Die brachiale Therapie hinterlässt eine schmerzhafte Schwellung der Hand, auch Hämatome sind nicht selten. Bei einem Misserfolg kann die Injektion wiederholt werden, wobei aber das Risiko von allergischen Reaktionen steigt. Schwere Zwischenfälle sind in den Studien zwar nicht aufgetreten.
Da aber die meisten Patienten bereits nach der ersten Anwendung Antikörper gegen die Kollagenase entwickeln, mag die FDA diese Gefahr für Wiederholungsbehandlungen nicht ausschließen.
© rme/aerzteblatt.de
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