Oxford – Die Verrenkungen, die Kinder und Erwachsene beim Spielen mit der Spielkonsole „Wii“ vollführen, können zu ungewöhnlichen Verletzungen führen. Im New England Journal of Medicine (2010; 362: 473-474) stellen Orthopäden die „Wii-Fraktur“ vor.
Das 14-jährige Mädchen hatte auf einem „Balance Board“ trainiert. Es handelt sich um eine Balance-Körper-Waage mit vier Sensorflächen, die Änderungen der Körperhaltungen registrieren. Der Hersteller bietet eine Reihe von Übungen an, die den Gleichgewichtssinn herausfordern: „Der erste Schritt zu einer gesünderen Lebensweise“ heißt es im Internet-Auftritt.
Ein Fehltritt kann jedoch leicht zu einem Sturz von der 2 Zoll hohen Plattform führen. Wie Karen Eley vom Radcliffe Hospital in Oxford berichtet, zog sich das Mädchen ein Supinationstrauma im Sprunggelenk zu. Doch hatte dies nicht, wie sonst häufig, einen Bänderriss zur Folge.
Stattdessen war es zu einer schmerzhaften kleinen Fraktur am Kopf des Os metatarsale V gekommen. Diese „Avulsionsfraktur“ wird durch einen plötzlichen Zug am Musculus peroneus brevis ausgelöst. Allzu schlimm traf es das Mädchen jedoch nicht. Die „Wii-Fraktur“ konnte konservativ versorgt werden.
Es ist nicht der erste Bericht über eine Verletzung beim Wii-Spiel. Orthopäden aus Northampton hatten über eine 55-jährige Frau berichtet, die beim Tennisspielen (auf der konventionellen Wii-Konsole) die Raumverhältnisse im Wohnzimmer falsch einschätzte und sich beim Sturz auf ein Sofa einen Hämatothorax zuzog (Ann R Coll Surg Engl 2008;90:W9-W10).
© rme/aerzteblatt.de
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