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Medizin · News

03.03.2010
Kaffee schützt vor Vorhofflimmern

Oakland – Starke Kaffeetrinker werden seltener als andere Menschen wegen Vorhofflimmerns hospitalisiert. Dies ergab eine Beobachtungsstudie, die auf einer Tagung der American Heart Association vorgestellt wurde.

Die anregende Wirkung von Koffein kann schnell zu der Vermutung verleiten, dass Kaffee ungünstige Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System hat. Hypertonie und Vorhofflimmern scheinen naheliegende Folgen eines Konsums koffeinhaltiger Getränke zu sein. Für den Kaffee konnte dies in prospektiven Beobachtungsstudien nicht bestätigt werden.

Im Gegenteil: In einer Analyse der Nurses’ Health Study I und II kam Wolfgang Winkelmayer vom Brigham and Women’s Hospital in Boston vor Jahren zu dem Ergebnis, dass starke Kaffeetrinker seltener an einer arteriellen Hypertonie erkranken (JAMA 2005; 294: 2330-2335). Auch an Typ-2-Diabetes mellitus, ein wichtiger kardialer Risikofaktor, erkranken Kaffeetrinker seltener (Archives of Internal Medicine 2009; 169: 2053-2063).

Für das Vorhofflimmern hatte die Danish Diet, Cancer, and Health Study (American Journal of Clinical Nutrition 2005; 81: 578-82) ein entwarnendes Signal gegeben, das jetzt durch eine Beobachtungsstudie an Mitgliedern von Kaiser Permanente weiter untermauert wird.

Wie Arthur Klatsky vom Forschungsinstitut der US-Krankenkasse in Oakland auf der 50. Annual Conference on Cardiovascular Disease Epidemiology and Prevention in San Francisco mitteilt, wurden Versicherte, die in einer Umfrage einen erhöhten Kaffeekonsum angegeben hatten, später zu 18 Prozent seltener wegen Vorhofflimmerns hospitalisiert. Bei starken Kaffeetrinkern (vier oder mehr Becher) war die Hospitalisierungsrate sogar um 28 Prozent vermindert.

Wie bei allen Beobachtungsstudien belegen die Ergebnisse nicht, dass Kaffee eine protektive Wirkung hat. Vorstellbar ist dies für Klatsky allerdings schon. Koffein antagonisiert die Wirkung von Adenosin, das im Herzmuskel Einfluss auf die Erregungsleitung und die Energieerzeugung in den Muskelzellen habe.

Ob dies positive oder negative Auswirkungen auf die Herzfunktion habe, könnte nur in einer Interventionsstudie bewiesen werden, für die sich aber so schnell keine Sponsoren finden werden. © rme/aerzteblatt.de



Links zum Thema

Pressemitteilung von Kaiser Permanente
Pressemitteilung der American Heart Association
Abstract der Studie zum Risiko Hypertonie
Meta-Analyse zum Diabetesrisiko
PDF der dänische Studie zum Vorhofflimmern


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